elisabeth masé
                        
                     
 
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  Auch die Vorschau ist Wirklichkeit
Jan Hoet in die Unsterblichen, Bielefelder Kunstverein und Kunsthalle Bielefeld

Elisabeth Masés Bilder sind und sind nicht „Porträts". Sie unterscheiden sich vom traditionellen Einzelporträt eines Beckmann, Picasso oder Tizian. „Das Portrait macht den Porträtierten unsterblich“, formuliert die Künstlerin in ihrem Gespräch mit Stefanie Heraeus, um zu betonen, dass „ein Gruppenbild, das nicht in irgendeiner Form die Spannung zwischen den Menschen zeigt, für mich ein totes Bild wäre". Sie weiß um die Inszenierung ihrer Bild-Wirklichkeiten, denn fast alle ihrer Werke oszillieren zwischen realistischer Erscheinung und traumartiger Irrealität.

Es geht in den Gruppenporträts weder um das Abbild der Person noch um die Wiedergabe anekdotischer Zusammenhänge. Elisabeth Masé führt stattdessen Momente des Lebens in Form abstrakter Bildflächen vor. Ihre Malerei erscheint als ein Traum, der im Begriff ist, eine autonome Form zu werden. Auch die Irritation gehört zu den Qualitäten, die ihre Werke auszeichnen. Beim „Schwarzen Quadrat“ verwendet sie Malewitschs berühmte Ikone für ein Kinderspiel mit einer schwarzen Augenbinde – die nahe liegende Assoziation zum schwarzen Humor lässt sich kaum von der Hand weisen. Das Bild „Die Quelle" erzählt in großer Offenheit von der Beziehung zu ihrem Lebenspartner, wobei die erotischen Funktionen zwischen beiden nicht verheimlicht werden. Doch wie ein gefallener Engel posiert die Malerin in einem Bildraum zwischen Selbstentblößung und Tristesse. Zu den Charakteristika dieses Porträts gehört, dass die Fiktion den inhaltlichen Stoff in die Fläche drängt. Das Bild beharrt nicht auf Vordergründigkeit, und es geht nicht um ein Schicksal. Es geht eher um das Erzeugen von Beiläufigkeit, mit der und in der eine Figur auf einem farbigen Grund erscheint. Das Bild spricht, indem es Respekt vor der Fläche zeigt. Zwischen Beobachter und Bild entsteht dadurch ein gefühlter Abstand, eine Distanz, die es unmöglich macht, den Raum der Erzählung unmittelbar zu betreten.

Auch die anderen Bildmotive zeigen ein melancholisches Innehalten und stecken voller Ironie. Ist die Kunst-Welt auf dem Bild mit dem Titel „Süßer Moment" nicht eine Mischung aus Vorschau und Theaterstück, aus Denkbild und Varieté? Die erste Geige im Werk spielt der weiße Clown, der, von den unteren Chargen getrennt, etwas wohl Höherem entgegenstrebt. Der mit einem Hemd uniformierte links lässt die Faszination für Regeln erkennen, und die divenhafte Erscheinung im Abendkleid versucht womöglich, einen Kontakt zum Mittelpunkt herzustellen. Auch dieses Bild verdeutlicht den Versuch, die Oberfläche zu dekonstruieren und den Anschein von Wirklichkeit durch Farbflächen zu bannen.

Elisabeth Masés Malerei besteht aus „Monumenten“, die, subversiv, in Auflösung begriffen sind. Letztlich ist und wird alles zur Surface – und das in einer unnachahmlichen Intensität.

Jan Hoet