elisabeth masé
                        
                     
 
critics and press
 
200 Frauen (Please click to read more)

Interview MATRIX 4/2016 (46)

Empathie und Anarchie

Mützenfalterin (Blog)

die poesie der beschreibung

Auch die Vorschau ist Wirklichkeit

Una ragione per amare l'Amerika di Masé allo Studio Tommaseo 18.08.2017

Im Gespräch: Elke Engelhardt redet mit der Künstlerin Elisabeth Masé

Fix Poetry, 27.07.2017

Ausgestickt und ausgestellt NW 18.07.2017

Mit „Das Kleid“ schafft die Künstlerin Elisabeth Masé eine soziale Skulptur

Körperkleider zwischen Kunst und Mode

Geschichte aus zinnoberrotem Faden

Erzählstoff

Knoten, Verflechtungen und Anfänge

Gratwanderung inmitten des Grauens

Unterwegs im Albtraumhaften

Die Löwin und die Eselin

Das Bild als Raum

Elisabeth Masé - Faszinierend, irritierend. Künstler-Lexikon widmet Malerin ein Heft

Studiengalerie neu ausgebaut

Träume von Menschen

Die Musen der Malerin Elisabeth Masé

kunst:stück

  200 Frauen (Please click to read more)

Autor: Ruth Hobday & Geoff Blackwell
Kurze Beschreibung: Je 5 Fragen an Frauen aus der ganzen Welt
ISBN: 978-3-945543-41-2

100 Frauen – 100 starke Stimmen

Fragen // Questions



Wer sind Sie?

Mein Name ist Elisabeth Masé, ich bin Schweizerin, verheiratet, habe zwei inzwischen erwachsene Kinder, aber in der Hauptsache bin ich Malerin und Schriftstellerin und blicke auf eine mehrjährige Arbeit als Dozentin an der Hochschule für Kunst in Basel zurück. Seit 1997 lebe ich in Deutschland, seit 2013 in Berlin.
Im Sinne des erweiterten Kunstbegriffs bewege ich mich zwischen ganz unterschiedlichen Disziplinen und versuche, auch auf gesellschaftliche Prozesse kreativen Einfluss zu nehmen. So habe ich 2015 zur Belebung alter Stickerei-Traditionen in Verbindung mit zeitgeno& 776;ssischer Malerei, Fotografie, Film und Musik ein soziales Kunstprojekt entwickelt. Der Titel ist "DAS KLEID".
Ich lud an zwölf Sonntagnachmittagen sieben aus Kriegsgebieten geflüchtete Frauen und sieben deutschen Frauen ein, mit mir ein Kleid aus feinster Maler-Leinwand bildhaft oder abstrakt mit einem rotem Faden zu besticken. Wir alle trugen bei der Arbeit ein rotes Kleid, das unsere Herkunft und unseren sozialen Status verbarg. Wir stickten bei Tee und Kuchen öffentlich in einer zum Wohnraum umgestalteten Galerie. Jeder war willkommen. Besucherinnen durften sich zu uns setzen und mit uns sticken. Am Ende des Workshops erhielt jede Teilnehmerin von sich ein professionelles Foto im bestickten Leinenkleid, das durch unsere Arbeit ein Stück kollektiver Geschichte geworden war. Umgerechnet auf den Stundeneinsatz durften die geflüchteten Frauen zudem ein Geschenk mit nach Hause nehmen. Es sollte ein Geschenk für die Zukunft sein: die Schneiderin erhielt eine Nähmaschine, die beiden Friseusen ein en gut ausgestatteten Friseurkoffer, die Studentinnen Notebooks für ihre Universität. Ich dokumentierte die Entstehung des Kleides und thematisierte dabei auch den offenen Ausgang der Frauenschicksale in einem selbst produzierten Film. Die Idee zum Leinenkleid entstammt meiner Malerei. Bereits 2013 hatte ich eine Bilderserie unter dem Titel „Die Quelle“ erarbeitet. Um das Projekt zu finanzieren, bot ich die Gemälde während des Workshops in der Galerie zum Verkauf an. Die Bilderserie zeigt in immer gleichbleibender Komposition vor neutralem Hintergrund eine weibliche Figur in Dreiviertelansicht. Es war die Sicht auf das ursprüngliche Kleid. Durch unterschiedliche Farben und eine bewusst variierende Formensprache ebenso wie das Zitieren verschiedener kunsthistorischer Stile veränderte sich das Kleid und mit ihm seine Trägerin schon in meiner Malerei. Wirkte die weibliche Figur auf manchen Bildern fröhlich, kindlich, fast kokettierend, schien sie auf anderen ängstlich, verletzlich oder unnahbar zu sein. Da das Gesicht der Frauen nie dargestellt wurde und die Geste der verschränkten Hände nie eindeutig war, blieb das Kleid mein einziger Stimmungs- und Ausdrucksträger. Die soziale Skulptur „DAS KLEID“ wird ab 2017 auch in anderen Städten realisiert. Jede neue Stickerinnengruppe wird eine eigene Geschichte quer durch die Kulturen der Welt erzählen; eine Geschichte aus einem roten Faden, der die Frauen auch sinnbildlich begleiten und zusammenhalten soll. Am Ende, so hoffe ich, wird sich „DAS KLEID“ über die ganze Welt verbreiten.
Zurzeit plane ich ein weiteres Projekt, diesmal ausschließlich für Männer. Auch bei diesem Projekt wird es um Stickerei, um Malerei und um Fotografie gehen: 12 Männer aus unterschiedlichen Kulturen, Altersgruppen und sozialen Schichten, asylsuchende Männer und Männer aus Deutschland, alle mit dem selben, roten Hemd bekleidet, sollen während 12 Workshops mit einem goldfarbenen Garn ein „Mantum“ aus schwerem, rotem Leinen, das eigentlich ein Gemälde ist, besticken. Das „Mantum“ ist ein bodenlanges Cape, wie es auch die „Schutzmantel-Madonna“ über verfolgte Menschen und manchmal über ganze Städte ausbreitet und wie es der Papst der katholischen Kirche noch heute trägt. Am Ende des Workshops dürfen die Teilnehmer, falls sie das möchten, ein Foto von sich im „Mantum“, das nun ein Gemälde ihrer gemeinsamen Geschichte geworden ist, zur Erinnerung mit nachhause nehmen. Der fertig bestickte „Schutzmantel“ soll anschließend Papst Franziskus, dem Oberhaupt der katholischen Kirche, als Geschenk übergeben werden.

Was zählt für Sie im Leben?
Liebe

Was ist Ihr größtes Glück?
Liebe

Was empfinden Sie als tiefstes Leid?
Lieblosigkeit

Was würden Sie in der Welt verändern, wenn Sie es könnten?
Ich möchte eine ökonomisch und ökologisch ausgeglichene Welt ermöglichen, Frauen und Kindern weltweit die gleichen Rechte wie den Männern einräumen, jegliche Form von Fundamentalismus und Despotismus ausmerzen und damit einen nachhaltigen Welt-Frieden erschaffen können.

200 Frauen