elisabeth masé
                        
                     
 
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  Ein roter Mantel rückts ins Zentrum
Stefan Brams

Bielefeld 31.10.2018:

Seit nunmehr zwölf Jahren geht das „Tanzfestival für zeitgenössischen afrikanischen Tanz und Kultur“ unter dem Titel „Biennale Passages“ bei DansArt über die Bühne. „Doch noch nie war es so schwierig wie in diesem Jahr, die Visa für die Tänzer und Choreografen aus Afrika zu erhalten“, klagt Ulla Agbetou über eine immer rigider gehandhabte Visa-Vergabe seitens der deutschen Botschaften.

Ein Zeichen für Teilhabe, Würde und Schutz

Doch trotz aller Widrigkeiten ist es Ulla Agbetou und ihrem Mann Tchekpo Dan Agbetou letztendlich auch dieses Jahr wieder gelungen, das alle alle zwei Jahre stattfindende Festival auf die Bühne ihres Tanzstudios zu bringen, um den Dialog zwischen Tänzern aus Afrika und Europa zu ermöglichen. Vom 9. bis 11. November ist das geballte Tanzprogramm zu erleben, das das Thema Flucht und Schutz ins Zentrum des künstlerischen Geschehens rückt.

Los geht es am Freitag, 9. November, im DansArt mit einer Premiere – der Kooperation der Tchekpo Dance Company mit der in Berlin lebenden Künstlerin Elisabeth Masé, die viele Jahre in Bielefeld gewirkt hat und hier zuletzt mit ihrer sozialen Skulptur „Das Kleid“ von sich reden gemacht hat. Dieses Mal steht kein von Flüchtlingsfrauen besticktes Kleid im Zentrum ihrer Arbeit, sondern ein aus rotem Leinen genähter und bestickter „Schutz-Mantel“. Masé nimmt damit Bezug auf den so genannten Mantelschutz, wonach man einer Person durch Bedecken mit seinem Mantel rechtlichen Schutz gewährt.

In Benin, Tchekpo Dan Agbetou, stammt aus dem westafrikanischen Land, haben insgesamt 27 Tänzer, Schneider, Musiker und Künstler an diesem Mantel gearbeitet, ihre Gedanken, Vorstellungen und Ideen zum Thema Schutz in den Mantel eingestickt. Über ihr Projekt sagt Masé: „Mit diesem interkulturellen Kunstprojekt wird auf der Basis traditionellen Stickereihandwerks ein interkultureller Dialog begonnen und ein Akt der Integration angelegt.“ Männer unterschiedlicher Kulturen und Konfessionen versammeln sich dabei um einen runden Tisch und besticken den Mantel, der so zu einem Gemälde wird. „Das Projekt setzt während und nach der Herstellung ein Zeichen für menschliche Teilhabe, Würde und Schutz. Es sind die Sticker gemeinsam, die dieses Zeichen setzen“, betont Masé.

Doch in Benin wurde nicht nur drei Wochen lang am Mantel selbst gearbeitet, sondern auch an einer Tanzperformance, in deren Zentrum wiederum der rote Mantel steht. „Die zeitgenössische Idee trifft sich mit archaischen Ritualen. Bewegung interagiert mit statischen Bildern. Voodoo-Rhythmen, in Benin stark beheimatet, treffen auf Techno, modernes Ballett auf afrikanischen Ritualtanz“, umschreibt Tchekpo Dan Agbetou den Ansatz der Tanzperformance. Und Masé ergänzt: „Ein interdisziplinäres Labor entsteht, jeder lernt vom anderen. Die kollektiv bestickten Schutz-Mäntel werden zu anthropologisch neuartigen Gesten von sozialem Einfluss. Es geht um ein politisches Statement gegen Ungerechtigkeit in hierarchisch organisierten Welten.“

Eröffnet wird die Ausstellung mit Skizzen, Fotos, Film und dem Mantel am 9. November um 19 Uhr. Die Tanzperformance zum Mantel-Projekt beginnt um 20 Uhr.

Am Samstag stehen dann ab 20 Uhr zwei Tanz-Vorführungen mit der J.P.M. Dance Company (Elfenbeinküste/Tunesien) sowie mit Essiomle Ikéléhou Kossiwa alias Germaine Sikota (Togo) auf dem Programm sowie ein Konzert mit der Gruppe „Afrikadelle“, in der Musiker aus Benin und Burkina Faso gemeinsam spielen. „Virtuose und vielfältige Künstler voller Elan, Witz und genialer Musikalität“, versprechen die Veranstalter.

Am Sonntag geht es um 16 Uhr weiter. Taigué Ahmed (Tschad) diskutiert über Tanz in der Flüchtlingsarbeit. Die „Wake Up OWL Young Company“ (Leitung Dhélé Agbetou) zeigt Ausschnitte aus einer neuen Tanzpräsentation. Zudem sind Michel Kiyombo, das Dunia Dance Theatre sowie eine Open Stage Performance mit alle Tänzern und Choreografen zum Abschluss der Biennale zu erleben.

Das Programm:

Freitag, 9. November, 19 Uhr: Ausstellungseröffnung „Der Mantel“ mit Skizzen, Fotos und textiler Skulptur von Elisabeth Masé; ab 20 Uhr: Tanzperformance „Der Mantel/The Coat“ der Tchekpo Dance Company in Kooperation mit Elisabeth Masé.

Samstag, 10. November: ab 20 Uhr: Mreya Miroir mit der J.P.M. Dance Company (Elfenbeinküste, Tunesien). Germaine Sikota Dancecompany (Togo) tanzt „Labre à L’envers“. Zum Abschluss: Konzert mit Afrikadelle (Benin-Burkina Faso).

Sonntag, 11. November, ab 16 Uhr: Diskussion mit Taigué Ahmed (Tschad) über Tanzvermittlung in der Flüchtlingsarbeit; Les Studios Kabako (Kongo Kinshasa) tanzt „Masu Kaino“; das Dunia Dance Theatre (Zimbabwe, Belgien) zeigt einen Ausschnitt aus dem Stück „Push Pull“; die „Wake up OWL Young Company“ präsentiert einen Ausschnitt aus der neuen Tanzpräsentation. Zum Abschluss der „Biennale Passages 18“ gibt es eine Open Stage Performance aller beteiligten Tänzer und Choreografen.

Alle Veranstaltungen im DansArt-Tanzstudio, Am Bach 11. Karten im Vorverkauf gibt es bei DansArt, in der Touristinfo am Rathaus sowie an der Abendkasse. Weitere Infos unter www.dansart.de.

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NW Artikel 31. 10. 2018


 
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