elisabeth masé
                        
 
           
 
RAUM DER STILLE (please click to see more)

DER MORGEN

LES COURS ETOILEES

 


DER MORGEN

Künstlerische Gestaltung des Sitzungszimmers im gotischen Gewölbe des Bielefelder Kunstvereins.

Das um 1200 errichtete Gewölbe im Keller des Museums Waldhof zählt zu den wenigen Zeugnissen mittelalterlichen Bauens in Bielefeld. Der vierzig Quadratmeter große, in den 1950er Jahren stark veränderte Raum diente dem Kunstverein als Sitzungszimmer, temporärer Ausstellungsraum oder als Lager.

Für die Installation „Der Morgen“ wurde der Raum vollständig entleert. Die gotische Deckenkonstruktion wird nun von unten angestrahlt. Eichenparkett ersetzt den ehemals dunklen, gekachelten Boden. Lichtleisten und Heizungselemente sind links vom Eingang in eine schmale Bank aus Eichenparkett integriert. Die Türen sind weiß gestrichen und von pseudoantikem Zierrat befreit.

Der Raum weist im hinteren Teil eine Nische von ca. drei mal fünfeinhalb Metern auf. Für diesen in sich geschlossenen und geschützt wirkenden Raumteil ist eine farbige, mehrteilige Möbelskulptur entstanden: im Sinne eines begehbaren „Bildes“, gemalt aus Licht, Rot und Fliederrosa, Silber, Weiß und wenig Blau. Die 350 x 105 x 5 cm große, rot gespritzte Tischplatte wird von fünf roten, je 70 x 40 x 40 cm großen Kuben getragen. Die Zahl der Kuben entspricht der Zahl der Vorstandsmitglieder. Den großen roten Tisch flankieren zwei 350 cm lange grausilbrige Bänke mit je zwölf Beinen. An den Kopfenden des Tisches stehen zwei fliederfarbene, kubisch geformte Stühle. Tisch, Bänke und Stühle wurden aus MDF gefalzt, verleimt und mit Hartlack matt lackiert.

Auf der roten, langen Tafel steht eine nachtblaue metallene Vase mit einem Durchmesser von vierzig Zentimetern. In der Vase befindet sich eine stets frische, weiße Lilie, die dem Kunstverein zur lebenslänglichen Pflege anvertraut ist. Sie verströmt ihren Duft in einem ursprünglich mittelalterlichen Keller und stellt die formale Verbindung zum gotischen Gewölbe her. Die Lilie erfuhr ihre größte Verbreitung im 13. Jahrhundert und gilt in der biblischen Tradition als Symbol der Erwählung.

Link: Bielefelder Kunstverein, das Gebäude